Chasselas


Sehr geringe Primäraromatik

Chasselas ist eine extrem neutrale Sorte.
Er hat:

  • kaum expressive Frucht
  • wenig Duftintensität
  • sehr subtile Aromen (Apfel, Mandel, nasser Stein)

Wenn du strukturierte, aromatische oder fruchtbetonte Weine bevorzugst (z.B. Sauvignon Blanc, Chardonnay mit Holz, Riesling), wirkt Chasselas oft:

leer
flach
nichtssagend

Das ist stilistisch gewollt – aber sensorisch für viele ungewohnt.


2️⃣ Leichte Bittermandel-Note

Typisch für Schweizer Chasselas (v.a. Waadt / Lavaux) ist eine:

  • feine Bittermandel
  • leicht hefige Note
  • manchmal leicht „kernige“ Phenolik

Diese Bitterkeit ist subtil, aber wenn man sensibel darauf reagiert, kann sie stören.


3️⃣ BSA + wenig Frucht = spezielle Textur

Viele Schweizer Chasselas machen BSA (Malo).

Ergebnis:

  • weniger Säure
  • cremigere Textur
  • aber keine Frucht, die das ausbalanciert

Das kann als:

  • „muffig“
  • „milchig“
  • „säuerlich-rund aber ohne Frische“
  • „komisch eigen“

wahrgenommen werden.


4️⃣ Terroir-Betonung

Chasselas ist extrem terroirsensibel.
Er transportiert:

  • Kalkigkeit
  • Salz
  • mineralische Spannung

In Regionen wie Lavaux oder Wallis kann das sehr ausgeprägt sein.

Wenn man diese mineralisch-salzige Stilistik nicht mag, wirkt er schnell:

hart
trocken
leicht bitter


5️⃣ Alkohol + Schlankheit

Chasselas hat oft:

  • 12–12.5 % Alkohol
  • moderate Säure
  • wenig Extrakt

Er steht damit „zwischen den Welten“:

  • nicht frisch-knackig
  • nicht aromatisch
  • nicht kräftig

Für viele wirkt das unbefriedigend.


Sensorische Einordnung

Wenn du sagst „ich kann ihn fast nicht trinken“, reagieren deine Rezeptoren vermutlich empfindlich auf:

  • leichte Bitterkeit
  • Diacetyl/Malo-Textur
  • fehlende Frucht

Das ist kein Qualitätsurteil – das ist Geschmackspräferenz.

Chasselas ist die wichtigste weisse Rebsorte der Schweiz und wird vor allem in der Westschweiz angebaut. Je nach Kanton trägt sie unterschiedliche Namen (z.B. Fendant im Wallis).


🇨🇭 Hauptanbaugebiete

1️⃣ Waadt (Vaud) – Schwerpunktregion

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4

  • Grösstes Chasselas-Gebiet der Schweiz
  • Besonders bekannt:
    • Lavaux
    • La Côte
    • Chablais
  • Stil: mineralisch, schlank, terroirbetont
  • Grand-Cru-Lagen wie Dézaley oder Calamin

👉 Hier ist Chasselas stilprägend.


2️⃣ Wallis (Valais)

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4

  • Zweitwichtigstes Gebiet
  • Hier heisst er Fendant
  • Wärmeres, trockeneres Klima
  • Stil: etwas kräftiger, manchmal breiter, oft mit leichter Mandelnote

3️⃣ Genf

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4

  • Kleinere, aber relevante Fläche
  • Moderner, oft frischer Ausbau
  • Mehr internationale Einflüsse im Stil

4️⃣ Neuenburg & Drei-Seen-Region

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4

  • Schlanker, oft etwas säurebetonter Stil
  • Sehr puristische Interpretationen

Flächenverteilung (vereinfacht)

  • Waadt ≈ grösster Anteil
  • Wallis ≈ zweitgrösster
  • Rest verteilt auf Genf, Neuenburg, Freiburg, Bern

In der Deutschschweiz spielt Chasselas eine untergeordnete Rolle.

Anbaugebiete: Schweiz