Ribera del Duero
Abadía
Ein historisches Kloster und dessen fast tausendjährige Geschichte bilden die Basis der Kellerei Abadía Retuerta. Nachdem die Abtei im Jahr 1146 gegründet worden war, florierte die Weinproduktion über Jahrhunderte, doch nach der Enteignung der Kirchengüter kam der Niedergang. Erst 1988 wurde das traditionsreiche Terroir in der Provinz Valladolid mit bemerkenswertem Erfolg neu belebt – nicht nur Robert Parker hat die Weine von Abadia Retuerta inzwischen mit Top-Ratings ausgezeichnet.
Ein Mosaik aus 54 Parzellen, nachhaltig kultiviert und mit Feingefühl vinifiziert
Aufgrund der einzigartigen klimatischen und geologischen Terroirbedingungen am Rio Duero besitzt das Gut seit Anfang des Jahres 2022 sogar eine eigene geschützte Ursprungsbezeichnung. Insgesamt 54 Parzellen gehören zum Lagenensemble, das bis in eine Höhe von 850 Meter über dem Meeresspiegel reicht und sich durch sehr unterschiedliche Böden auszeichnet. Das Team um Pascal Delbeck und Ángel Anocíbar bewirtschaftet jeden Weinberg individuell und mit nachhaltigen Methoden, die Vinifikation erfolgt schonend per Schwerkraft und der Fassausbau in französischer und amerikanischer Eiche ist perfekt in den Geschmack integriert.
Vega Sicilia
Unico, Valbuena, Alion und Pintia
Um es gleich vorweg zu nehmen: Vega Sicilia ist ein lebendiger Mythos und das wohl prestigeträchtigste Weingut Spaniens. Die Bodega befindet sich im Norden Spaniens, am Ufer des Flusses Duero, der sich über fast 900 Kilometer von den Bergen Nordspaniens bis zur portugiesischen Küste erstreckt. Die Trauben des Weinguts wachsen in privilegierten Lagen des Anbaugebietes Ribera del Duero und geniessen ein Höchstmass an Sonne und prägenden Terroir-Einflüssen; die Lehm- und Kalksteinböden, auf denen die Rebstöcke der Vega Sicilia wachsen, bieten eine nährstoffreiche Unterlage und in Verbindung mit dem warmen Klima beste Voraussetzungen für den Weinbau. Die Weine, die hier entstehen, gehören zweifellos zu den besten der Welt. Mit absoluten Ausnahmequalitäten machte Vega Sicilia in den 1980er-Jahren auf die Region Ribera del Duero aufmerksam und trug wesentlich dazu bei, dass das Anbaugebiet die geschützte Herkunftsbezeichnung Denominacion de Orijen erhielt, die nicht nur verbindliche Produktionsrichtlinien für alle Winzer verbindlich machte, sondern auch den Bekanntheitsgrad und das Ansehen des Anbaugebietes schlagartig erhöhte.
Pingus
Dominio de Pingus
Das spanische Weingut Dominio de Pingus zählt zu den absoluten Ikonen der modernen Weinwelt. Gegründet im Jahr 1995 von Peter Sisseck, einem dänischen Önologen mit einer kompromisslosen Vision von Perfektion, einer Passion für traditionelle Handwerkskunst und mit einem untrüglichen Blick für das einzigartigeTerroir von Ribera del Duero, zählt sein „Pingus“ heute zu den begehrtesten und teuersten Weinen der Welt. Parkers und Sucklings euphorische Bewertungen sowie die konstant winzige Produktionsmenge von wenigen Tausend Flaschen pro Jahr machen diesen raren Ausnahme-Tempranillo zu einem der gesuchtesten Kultweine für Sammler und Geniesser.
Alte Reben und winzige Erträge
Das Terroir von Ribera del Duero ist bekannt für seine sandigen Kalksteinböden und die grossen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht – zwei Faktoren, die ideal für den Anbau der Rebsorte Tempranillo – lokal auch als Tinto Fino bekannt – sind. Doch was Dominio de Pingus besonders auszeichnet, ist der akribische Umgang mit den Reben und der Bodenstruktur, es ist eine fast obsessive Hingabe zur Erde, die Sisseck und sein Team praktizieren. Der Schatz will gut gepflegt werden, denn in den bis zu 100 Jahre alten, biologisch-dynamisch bewirtschafteten Terroirs von Pingus wachsen tief verwurzelte Buschreben, die von Natur nur noch sehr geringe Erträge (im Durchschnitt nur wenig mehr als 10 Hektoliter pro Hektar), dafür aber extrem ausdrucksstarke Trauben hervorbringen.
Enorm konzentriert und aussergewöhnlich fein
Der Weg des Weins vom Weinberg bis in die Flasche ist bei Dominio de Pingus ein minutiös orchestrierter Prozess mit viel Handarbeit: Exemplarisch zeigt sich das bei der Lese – jede Traube wird manuell geerntet und selektiert, sodass nur die besten Beeren in die Vinifikation gelangen. Während Sisseck früher ein grosser Fan neuer Barriquen war, verzichtet er beim Ausbau mittlerweile fast vollständig auf neue Eichenfässer, um die Authentizität der Frucht und den unverfälschten Ausdruck des Terroirs zu bewahren und den ungezügelte Charakter der Reblandschaft in flüssiger Form einzufangen. Jahr für Jahr werden Sissecks Weine feiner und subtiler, und sind zugleich von aussergewöhnlicher Intensität. Oft werden die Pingus-Weine als Essenz der Ribera del Duero beschrieben – voller tiefer, dunkler Fruchtaromen, begleitet von zarten Gewürz- und Ledernoten, unterlegt von einer mineralischen Spannung, die dem Wein seine Struktur und Langlebigkeit verleiht. Das Mundgefühl ist dicht und kraftvoll, dabei aber erstaunlich elegant und von einer fast paradoxen Leichtigkeit durchzogen, die den Wein trotz seiner enormen Konzentration fast schwerelos erscheinen lässt, mit samtiger Textur am Gaumen und herrlich präziser Fruchtführung. Sissecks Meisterstück ist ein Wein, der Grenzen sprengt und dennoch fest in der Tradition verankert bleibt.
Ein sehr persönlicher Wein
Wenn Peter Sisseck seine Arbeit beschreibt, zeigt sich die philosophische Dimension seines Schaffens. Denn die Pflege der Reben, der Böden ist für ihn ebenso wie die Ernte, die schonende Vinifikation und der geduldige Ausbau nicht nur bloße Weinproduktion, vielmehr betrachtet er es als “Schaffung eines lebendigen Organismus“. Jeder Schluck seines Pingus reflektiert diese persönliche Hingabe – es ist ein Wein, der das Wesen der Ribera del Duero auf eine Weise einfängt, die tief mit der Erde, der Region und der persönlichen Geschichte des Winzers verwurzelt ist. Letzteres zeigt sich auch darin, dass Sisseck für seinen raren Kultwein den Spitznamen ausgewählt hat, den seine Familie ihm in der Kindheit gegeben hat. Es ist einer der exklusivsten und renommiertesten Weine der Welt, deutlich geprägt von der individuellen Handschrift und der Identität seines absoluten Ausnahmewinzers.
Pingus, Flor de Pingus, PSI
Bodegas y Vinedos Ausas
Xavier Ausás ist eine Ikone des Ribera del Duero. Er war fast 25 Jahre lang bei Vega Sicilia tätig (davon 17 Jahre als technischer Leiter), bevor er neue Wege ging.
- Bei Aalto: Nach seinem Abschied von Vega Sicilia begann Ausás als beratender Önologe für Aalto zu arbeiten. Er brachte dort sein enormes Wissen über die Terroirs der Region ein und half dabei, den präzisen, kraftvollen Stil von Aalto weiter zu verfeinern.
- Bodegas y Viñedos Ausàs: Dies ist sein eigenes Projekt, das er 2016 ins Leben gerufen hat. Nach Jahrzehnten der Arbeit für große Namen wollte er seine ganz persönliche Vision eines Ribera del Duero verwirklichen.
Zusammenarbeit statt Konkurrenz
Die Beziehung ist eher partnerschaftlich und kollegial geprägt:
- Expertise-Transfer: Ausás nutzt seine Erfahrung aus der Zeit bei Vega Sicilia und seine aktuelle Arbeit bei Aalto, um seinen eigenen Wein (Ausás Interpretación) zu kreieren.
- Stilistische Verwandtschaft: Beide Weingüter setzen auf die Rebsorte Tempranillo (Tinto Fino) und streben nach einer Kombination aus Kraft und Eleganz. Während Aalto oft für seine Opulenz bekannt ist, fokussiert sich Ausás bei seinem eigenen Projekt stark auf die „Interpretation“ der verschiedenen Bodenarten (daher der Name Interpretación).
Bodega Garmon
Garmón
Die Bodega Garmón ist das neueste Projekt der leidenschaftlichen Winzerfamilie Garcia, die mit ihren Bodegas Mauro und San Román bereits seit vielen Jahren große Erfolge feiert. Mit Garmón haben sich Alberto und Eduardo gemeinsam mit ihrem Vater Mariano García, der einst lange für Vega Sicilia tätig war, in kürzester Zeit in der Spitze der Appellation Ribera del Duero etabliert. Die Nachfrage nach dem exzellenten Tempranillo des Boutiqueweingutes steigt Jahr für Jahr, ebenso wie die Ratings der internationalen Weinkritik stetig neue Höhen erreichen.
Karge Böden und extremes Klima
Das Weinbaugebiet Ribera del Duero liegt in der nordspanischen Region Castilla y León und verdankt seinen Namen dem Fluss Duero, der das Anbaugebiet durchkreuzt. In den vergangenen Jahrzehnten hat die Appellation eine rasante Entwicklung zu einer der renommiertesten Rotweinregionen Spaniens vollzogen – nicht zuletzt deshalb, weil hier mit den Kult-Bodegas Pingus, Pesquera und Vega Sicilia einige der berühmtesten Weingüter des Landes zuhause sind.
Das Klima entlang des Flusses Duero ist hervorragend für Weinbau geeignet, denn die klimatischen Bedingungen sind warm und trocken, und mit einer Sonnenscheindauer von jährlich rund 2400 Stunden mangelt es den Trauben nie an Reife. Da die kargen Böden Wasser gut abfliessen lassen, gibt es in den oberen Schichten wenig Reserven, sodass die Rebstöcke tief verwurzelt sein müssen, um sich ausreichend mit Feuchtigkeit und Nährstoffen zu versorgen – ein wichtiger Faktor, denn dadurch ist auch in heissen Jahren ein ausgewogener Vegetationsverlauf möglich. Die Weinberge der Region liegen in einer Höhe von bis zu 1000 Meter über dem Meeresspiegel, in der grosse Temperaturschwankungen herrschen – während es im Sommer tagsüber manchmal über 40 Grad warm wird, sind es nachts oft nur 15 Grad. Diese hohe Amplitude fördert nicht nur die Entwicklung intensiver Aromen und verleiht der Frucht eine grandiose Komplexität, sondern sorgt durch eine langsame und gleichmässige Reifung der Trauben auch für eine natürliche Ausgewogenheit von Konzentration und Frische.
Der neue Stern am Ribera-Himmel
Alle Anstrengungen der Familie Garcia fokussieren sich auf die Produktion eines einzigen, erstklassigen Tempranillos – ein kraftvoll-eleganter Ribera del Duero mit der edlen Aura eines absoluten Spitzenweines, der sich mit den besten Gewächsen der Appellation messen kann. Die Trauben für den Garmón stammen von bis zu 100 Jahre alten Reben, die in sechs erstklassigen Weinbergen auf vielen kleinen Parzellen wachsen. Die Erträge der Ernte, die ausschliesslich von Hand erfolgt, fällt in diesen alten Weinbergen stets niedrig aus, jedoch verleihen die intensiven Trauben dem Wein eine faszinierende innere Spannung und viel Tiefe, da die Rebstöcke ihre gesamte aromatische Energie in die wenigen Früchte investieren. Die Terroirs sind bezüglich Höhenlage, Exposition und Bodenzusammensetzung sehr unterschiedlich: Terrassierte Flusshänge, Tallagen oder Hochebenen beeinflussen den Geschmack der Trauben ebenso wie die Böden, die mal eher von kalkhaltigem Lehm, mal von sandigem Ton und mal von kiesigem Schwemmland geprägt sind. Eine aussergewöhnliche Lagenvielfalt, die sich auch in der Vielschichtigkeit des Weines ausdrückt.
Um die exzellente Fruchtqualität, die sich mit den Attributen kühl, frisch und finessenreich charakterisieren lässt, sowie die authentische Persönlichkeit der Weinberge zu erhalten, arbeiten die Garcias im Weinkeller ausschliesslich mit Schwerkraft und lassen die Fermentation in Edelstahltanks mit weinbergseigenen Hefen spontan beginnen, bevor ein langer Ausbau in französischen Eichenfässern für die perfekte Verfeinerung dieses fulminanten Newcomers aus Ribera del Duero sorgt.















